Radfahren
mit Sinn und allen Sinnen

Die Idee

Radpilgern als Alternative

Viele Menschen haben in unserer schnelllebigen und unruhigen Zeit das Bedürfnis zu pilgern. Das Pilgern zu Fuß hat natürlich seine Herausforderungen an die körperliche Konstitution. Unser Ortspfarrer in Kaufering kam so auf die Idee, das Pilgern auf dem Zweirad als Alternative zum Fußpilgern anzubieten.

 

So ist es möglich, auch auf diesem Wege seine eigenen persönlichen Pilgererfahrungen zu machen. Mit diesen alternativen Angebot kann individuell entschieden werden, welche körperliche Anstrengung erwünscht oder zumutbar ist, es kann die Anzahl der angesteuerten Pilgerziele und auch der zeitliche Rahmen der Pilgerreise an die persönlichen Bedürfnisse der Pilgerinnen und Pilger angepasst werden.
 

Sich mit Fahrrad und den Satteltaschen mit nur seinen ganz persönlichen wenigen Dingen auf den Weg zu machen, wird spätestens nach wenigen Tagen ein Radpilgererlebnis, das man nicht vergessen wird.

 

Ein Team aus Kaufering hat seit 15 Jahren Erfahrungen in der Vorbereitung und der Erkundung von radtauglichen Pilgerwegen unter der Zuhilfenahme der GPS Aufzeichnung der Strecken und Etappen.

 

Mittlerweile Zeichnen wir für die Jakobusgesellschaften, für das Forum „Pilgern in Bayern“ der evangelischen Kirche und für den adfc Landsberg bayerische Jakobuswege als Radpilgerwege auf und stellen diese kostenlos im Internet Interessierten zur Verfügung.

 

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muschl am rad

Pilgerwege er- fahren, was bedeutet das

Pilgerwege

Positive, erfüllende, Kraft spendende und überraschende Erfahrungen auf Pilgerwegen haben in den letzten Jahren viele Menschen in Bewegung gebracht. Alte Pilgerwege wie die Jakobuswege, Via di Francesco, Via Romana haben großen Zulauf bekommen. So richtig bekannt wurde unsere Arbeit im jahr des Reformationsjubiläums 2017 durch das Projekt „Luther Radpilgerweg“ von Augsburg nach Wittenberg über fast alle bedeutenden Orte der Reformation (dieser Radpilgerweg erscheint auch auf unserer Seite im Menu “ Weitere Radpilgerwege).

Radpilgerwege

Im Jahr 2015 wurde die Idee geboren, auf den Wegen von Martin Luther mit dem Rad zu „wandeln“ bzw. zu radeln. Eine Gruppe von 25 begeisterten Radpilgern hat sich auf den Weg gemacht. Das war der Anfang, klassische Fußpilgerwege durch Radpilgerwege möglichst nahe an den Originalwegen entlang zu ergänzen. Es war also zu erkunden, was ist mit dem Rad möglich bzw. nicht möglich ist, wo sich ein Fußpilger noch auf einem Pfad fortbewegen kann und wo für den Radpilger neue Wege gefunden werden müssen.
Diese Radpilgerwege werden allen Interessenten kostenfrei zur Verfügung gestellt und sind auch auf dem Outdoor Portal abrufbar. Die Karten und die gpx-Dateien auf dieser Homepage zeigen die bereits erschlossenen Radpilger-Jakobuswege. Wir wünschen viel Freude und gute „Pilger Erfahrungen“ auf unseren Wegen.

Pilgerwege für Radpilger, Wegführung, GPS-Tracks, Pilgerführer

Die ausgewiesenen Pilgerwege, allen voran die Jakobuswege sind Wanderwege. Oft sind sie mit dem Rad unbefahrbar. Fußpilger empfinden Radfahrer zudem auf engen Wegen als Störung. Darum haben wir uns folgende Vorgaben für eine Radpilgervariante gegeben:
Wegführung naturnah auf stillen und verkehrsarmen Wegen – gefahrlose Streckenführung auch für Radgruppen –  Tauglichkeit auch für E-Bikes – möglichst nahe am Original Pilgerfußweg, so lange Fußpilger und Radpilger sich nicht gefährden – Erkundung, Erschließung und GPS Aufzeichnung als zuverlässige GPS Tracks, kostenlos herunterladbar vom Internet – Verfassen von ausdruckbaren Radpilgerführern (pdf-Datei) als Begleiter auf den Wegen – Hinweise auf Kartenmaterial und Literatur. In Zusammenarbeit mit dem adfc bietet die evangelische Kirchengemeinde Kaufering auch begleitete Radpilgertouren an.

Was unterscheidet einen Jakobus Radpilgerweg von einer Radtour?

Pilgermodus – die innere Einstellung

Auf den ersten Blick nicht viel. Entscheidend für den „Pilgermodus“ ist unsere innere Einstellung zu dieser besonderen Art der Radtour. Jede-r entscheidet individuell, wie intensiv sie oder er sich auf das Pilgern einlässt. Entscheidend sind nicht Geschwindigkeit, Entfernungen oder viele Höhenmeter. Pilgern ist eine Einladung, sich selbst in der Schöpfung, in Kontakt mit Gott und Menschen neu kennen zu lernen. Sinne erwachen, Gedanken dürfen kommen und losgelassen werden. Körper, Geist und Seele erfahren sich als Ganzheit in einer wundervollen Welt. Wir erleben Wetter, Landschaft, alte Gotteshäuser, Frieden, Stille, Weite und Natur und schöpfen darin Kraft.

„Erfüllt, beschenkt, glücklich, erneuert, gestärkt…“ so beschreiben viele am Ziel eines Radpilgerweges ihr Befinden. Das alles geschieht in einer selbst bestimmten Freiheit – niemand muss irgendetwas erleben, glauben oder mitmachen -, darf sich zurückziehen oder die Gemeinschaft genießen, neue Menschen kennen lernen oder allein sein.

 

„Pilger Regeln“ für den Tag
Wegweisend sind für uns die historischen „Pilger Regeln“ der Jakobuspilger, die seit Jahrhunderten auf Pilgerwegen gelten und bestätigt werden: Wir brechen jeden Tag auf und erleben uns in Sonne und Regen, Kälte und Hitze, Wind und Wetter eins mit der Erde und der Natur – dokumentiert wird dieser tägliche Aufbruch mit Stempeln in einem Pilgerpass

  • wir reduzieren unser Gepäck auf das, was wir wirklich brauchen und erleben, wie wenig dies sein kann – diese Reduktion befreit, wir fahren mit leichtem Gepäck
  • wir öffnen uns für jeden neuen Tag in seiner ganzen Vielfalt, lassen uns überraschen und beschenken
  • wir entdecken die große Stille in unseren Gedanken und in unseren Herzen, jenen großartigen Moment, wenn „alles in uns schweiget…“
  • wir besuchen täglich eine „Kirche der Stille“ und bekommen jeden Tag einen Impuls zum Nachdenken und Meditieren angeboten
  • vielleicht zeigen wir im Verlauf des Pilgerweges unser Jakobus Pilger-sein durch die Jakobusmuschel in der Öffentlichkeit

So wünschen wir Ihnen und Euch gute Erfahrungen auf unseren Jakobus Radpilgerwegen: Stille, Kraft, Weite, Gemeinschaft, eins werden mit der Schöpfung, den Körper spüren, erfüllt leben …

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Übersicht Radpilgerwege

Zunächst soll einmal die Gesamtübersicht der von uns erkundeten Jakobuswege zum aktuellen Stand dargestellt werden. Von Norden und Osten kommend, erstrecken sich die Jakobuswege in Richtung auf Konstanz, um von dort den Weg weiter nach Santiago di Compostela zu finden. Das Netz in Bayern und teilweise bereits schon in Baden-Württemberg, erschließt sich trichterförmig nach Süd/Westen.
Die Vielzahl der Jakobuswege, die bereits von uns erkundet und schon zum großen Teil mit unserem Jakobus-Signet ausgeschildert sind, ergeben ein Radwegenetz von mittlerweile schon ca. 3.000 km! Ziel ist es, dass alle Wege mit dem Signet ausgeschildert sind. Diese Ausschilderung mit dem Themensignet, wird Zug um Zug mit den zuständigen Behörden von uns immer weiter ausgebaut. Grundsätzlich sind aber alle Wege immer mit GPS-Tracks, die kostenfrei heruntergeladen werden können, zu befahren.

 
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Das Team

Kleines Bild Jürgen für Website

Pfarrer Jürgen Nitz

Pilgerbegleiter, adfc-TourGuide

Jürgen ist Pfarrer in der bayerischen evangelischen Kirchengemeinde der Pauluskirche in Kaufering. Seit vielen Jahren ist er mit dem Rad unterwegs und mit Radfahrergruppen nach Taizé, Rom, Santiago de Compostela und in die Lutherstadt Wittenberg geradelt.

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Reinhard Heckmann

adfc-TourGuide und GPS-Experte

Reinhard ist ein „alter Rad-Hase“ und schon seit seiner Jugend mit dem Rad überall unterwegs. Seine längste Tour führte ihn entlang der Pazifikküste von Kanada mach Mexico. Heute ist er im Ruhestand und als adfc-TourGuide aktiv im Landsberger Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. 

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Christian Reuting

Webseitenbetreuung

Christian liebt das Radeln seit seiner Kindheit und hat mittlerweile die moderne GPS-Welt kennen gelernt, die es wesentlich erleichtert, sich in fremden Regionen zu bewegen. In seiner Freizeit (er ist auch schon im Ruhestand), dann bastelt er an unserer Website herum, damit Ihr Unterstützung habt.

Unterstützung

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ADFC LL farbig schmal

Danke dürfen wir auch vielen Unterstützern sagen, die unser Projekt begleitet, sowie  finanziell und organisatorisch unterstützt haben.

Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

Allen voran gilt unser Dank unser Evangelisch-Lutherischen Landeskirche, die insbesondere in der schwierigen Anfangszeit unser Projekt unterstützt hat, so dass die vielen Erkundungen überhaupt möglich waren und unsere Idee in kurzer Zeit umgesetzt werden konnte.

adfc Landsberg

Fleissige und radbegeisterte Helfer findet man beim adfc in Landsberg am Lech. Mit dieser Unterstützung konnte dann unser Radpilger Signet schon an fast allen Routen seinen Platz finden. Mit Leiter und Werkzeug ausgerüstet haben viele Freiwillige ihren Teil dazu beigetragen, auch vor Ort die Routen deutlich erkennbar zu machen.

Gemeinden, Landkreise, Planungsbüros der Landkreise, Tourismusverände und die Fa. Ortner GmbH,

die unsere Radpilgersignets immer rechtzeitig geliefert hat.

Radpilgerwege im Bayernnetz für Radler

Jakobus Radpilgerweg Signet

Nach Planung, Erkundung, Überprüfung, Festlegung , Abstimmung und Koordinierung mit den Landratsämtern, den Kommunen bis hin zum ganz persönlichen Kontakt mit Bürgermeistern und Sachbearbeitern sind die Radpilgerwege auf den bekannten

Radwegzielweisern (grüne Schrift auf weißem Grund) teilweise mit unserem Themenroutenlogo dem Jakobus-Radpilger-Signet gekennzeichnet, so dass die Radpilgerwege vor Ort deutlich sichtbar sind und so zur Wegweisung dienen. Sie verlaufen zum überwiegenden Teil auf Wegen des Bayernnetz für Radler.